Das ist Sommer in Mecklenburg!

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Orangerie im Rosengarten

Rosenduft empfängt die Besucherinnen und Besucher auf dem Gutshof in Groß Siemen im Landkreis Rostock. Bei sommerlichen Temperaturen und einer leichten Brise lustwandeln die Gäste durch den denkmalgeschützten Park mit seinen etwa 3500 historischen und englischen Rosen. Idyllisch ist dieses Anwesen in der hügeligen Landschaft Mecklenburgs gelegen. Durch die geöffneten Glastüren sowie das Glasdach flutet das Sonnenlicht in die Orangerie. Dies ist ein Spielort wie für die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern gemacht, erfreuen sich doch in einem Festspielsommer gerade Konzerte auf den vielen Gutshöfen des Landes großer Beliebtheit. Liebevoll restaurierte Landsitze werden von ihren Besitzern aus dem Dornröschenschlaf geholt und für Konzerte geöffnet. Auch den Musikern gefallen diese magischen Orte besonders.

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Nils Mönkemeyer und William Youn

 Am 7. Juli 2021 brachten der Festspielpreisträger in Residence Nils Mönkemeyer an der Bratsche und sein Duopartner am Klavier William Youn ein reiches Programm auf die Bühne. Es waren Komponistennamen wie Claude Debussy, Johannes Brahms und César Franck zu lesen. Doch standen die wunderbaren Stücke dieser Komponisten im Schatten, denn mit zwei Uraufführungen verbargen sich die besonderen Höhepunkte des Abends in der Mitte des Programms. 

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Marco Hertensteins (*1975) Festspielouvertüre "Mensch am Meer" wurde schon einmal mit Orchester bei der Eröffnung der Festspiele in Neubrandenburg gespielt. Nun spielte der Bratschist diese Ouvertüre erstmalig als Duo mit seinem Partner. Neue Klänge wurden erzeugt, indem der Pianist unter anderem mit einem Besen über die Saiten seines Flügels strich. Auch bei der anderen Uraufführung kam William Youn nicht alleine als Pianist zum Einsatz, musste er doch immer mal zur Trommel oder Rassel greifen. Die melancholischen "melodies from the sea" für Viola und Klavier op. 86 der gebürtigen Griechin Konstantia Gourzi (*1962) erzählten in sieben Miniaturen von der zeitlosen Schönheit des Meeres und der Erinnerung an die Natur, die es lohnt zu bewahren. Hineingezogen in einen musikalischen Dialog mit dem Menschen wurde die Beobachtung der Natur in ihren unterschiedlichen Facetten von einem ruhigen bis zu einem grausamen Meer beschrieben.

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Nils Mönkemeyer, Konstantia Gourzi und William Youn

Musikalisch wurden aktuelle Probleme dieser Welt dargeboten und regten zum Nachdenken an, auch wenn es an diesem Abend keinen besseren Ort zum Verweilen gab. Genauso wie die anwesende Komponistin nahm auch das Publikum die verschiedenen Vogelstimmen zwischen den Sätzen und Stücken wahr. Durch die geöffneten Türen gaukelten Schmetterlinge im Tanz der Musik auf die Bühne und flogen Schwärme von Staren übers Glasdach. Hochkarätige Musik in einer malerischen Landschaft - das ist Sommer in Mecklenburg.

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Fotos: Oliver Borchert

Text: Katharina von der Heide

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