Rindenspringspinne (Marpissa muscosa)

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Was sitzt denn da für ein kleiner Alien an unserer Fensterscheibe? Der kleine Außerirdische, den wir zur genaueren Betrachtung auf ein Blatt Papier gesetzt haben, ist nur wenige Millimeter groß, lauert aber auf Beute wie ein großes Raubtier. Die Rede ist von einer Springspinne, genauer gesagt von einer männliche Rindenspringspinne. Die Männchen erkennt man bei diesen Spinnen an den verdickten Tastarmen, die aussehen wie kleine Boxhandschuhe. Damit kann er während der Balz das andere Geschlecht durch kräftiges Trommeln beeindrucken und wenn er eine Gattin gefunden hat, nutzen die Hohlräume in den Boxhandschuhen zur romantischen Spermienübertragung in die Auserwählte. Die Tastarme des Weibchens sehen deutlich schlanker aus und wirken eher wie ein verkürztes Beinpaar.


Die Springspinnen sind weltweit verbreitet. Dieses kleine Wesen gehört zu der artenreichsten Familie in der Ordnung der Webspinnen. Auch wenn sie keine Netze bauen, haben sie Spinndrüsen und nutzen ihre Seide zum Bau von Eikokons. Auch beim Springen ist es manchmal nicht verkehrt, wenn man sich ein Seil spannen kann, durch das man gegebenenfalls zum Ausgangspunkt zurückkehren kann. Die Springspinnen fixieren ihre Nahrung mit ihren großen Augen, springen auf sie, greifen sie mit ihren Kieferklauen, lähmen die Beuteinsekten mit ihren Giftklauen und saugen die Nahrung aus. Die Giftklauen bei den jagenden Spinnen sind ausgeklügelte Waffen: selbst Insekten mit eigentlich schützendem Panzern können durchbohrt und lähmendes Gift injiziert werden. Für größere Lebewesen wie Katze, Hund oder Mensch sind die Angriffe der kleinen Springspinnen aber überhaupt nicht gefährlich oder giftig. Die Jagdstrategie dieser kleinen Wesen ist faszinierend, gehen sie doch mit Hilfe ihrer vielen kleinen Härchen an den Beinen einfach so an den glattesten Wänden hoch, als sei es eine waagerechte Ebene. Dass sie ihren Kopf nicht bewegen können stört sie dabei nicht, denn sie haben durch ihre acht Augen einen Rundumblick. Im Gegensatz zu einigen anderen Spinnenarten können Springspinnen sehr gut sehen und den Seh- neben dem Geruchssinn für die Auswahl ihrer Beute verwenden. 

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Der Größenvergleich mit der Computertastatur zeigt die wahre "Größe" der Springspinne.

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Übrigens: Spinnen sind keine Insekten, sondern eine eigene Klasse der Gliederfüßer.

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Text: Katharina von der Heide

Fotos: Oliver Borchert

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