Fasan (Phasianus colchicus)

Tiere vor der Haustür - Der Fasan, Phasianus colchicus, im Naturentdeckerblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert

 

 

Was ist das für ein seltsames Geräusch? Ein lautes unmelodisches gackern kommt aus dem Schutz des Unterholzes. Mit großen Schritten schreitet dort ein männlicher Fasan. Dieser etwas gerupft aussehende junge Fasanenhahn ist gerade in der Mauser. Er hat noch nicht die typischen ausgeprägten Backenlappen. Normalerweise fallen die Fasanenhähne durch ihr farbenprächtiges Gefieder und ihre langen Schwanzfedern auf. Die weiblichen Fasane sind in ihrem tarnfarbenen Kleid mit einem kürzeren Schwanz unscheinbarer.

Die Hühnervögel wurden wegen ihres schmackhaften Fleisches und als Ziervogel vermutlich schon in der Antike in Südeuropa eingeführt. Ursprünglich stammen sie aus dem Gebiet zwischen Schwarzem Meer, den Trockengebieten Mittelasiens und Ostasien. Es ist die einzige Hühnerart, die außerhalb ihrer natürlichen Verbreitung zwar mit starken Bestandsschwankungen aber doch in der freien Wildbahn überlebt. Da die Sterblichkeit in Mitteleuropa sehr hoch ist, werden hier immer wieder Zuchtvögel ausgesetzt und im Winter zugefüttert.  

Übrigens können diese standorttreuen Vögel bis zu 60 Kilometer in der Stunde fliegen und in sumpfigen Gebieten auch kurze Strecken schwimmen. Doch am liebsten bewegen sie sich am Boden fort, wo sie ihre Nester in Mulden bauen. Sollte ein Nest noch nicht den Anforderungen entsprechen, kapert die Fasanenhenne auch mal die Brutstätte eines Artgenossen oder sogar ein Nest einer anderen Vogelart, wie beispielsweise anderer Hühnervögel, Enten oder Rallen.

 

Fotos: Oliver Borchert

Text: Katharina von der Heide