Eröffnungskonzert Festspielsommer 2022

Eröffnungskonzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in der Konzertkirche Neubrandenburg. Kulturblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert
Konzertkirche Neubrandenburg

Was für ein toller Auftakt: In der Neubrandenburger Konzertkirche trafen sich zur Eröffnung des Festspielsommers 2022 am 18. Juni der diesjährige Preisträger in Residence der Geiger Emmanuel Tjeknavorian, die NDR Radiophilharmonie unter Andrew Manze und 800 Gäste im voll besetzten Saal. 

Emmanuel Tjeknavorian und Anrew Manze beim Eröffnungskonzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in der Konzertkirche Neubrandenburg. Kulturblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert
Andrew Manze und Emmanuel Tjeknavorian

Ein atemberaubendes Geschenk für jeden einzelnen, der an diesem frühen Abend den Weg in die Konzertkirche gefunden hat. 

Es fing mit einem tänzerischen, jubelnden Kracher an: Die Festspiel-Ouvertüre für Violine und Orchester komponierte der Vater des Preisträgers, der 1937 geborene Komponist Loris Tjeknavorian. Dabei verwendete er die Bilder der Strandung der Arche Noah nach der Sintflut auf dem Berg Ararat. Für den Komponisten und seinen Sohn eine besondere biblische Erzählung, ist dieser Gipfel doch das Nationalsymbol ihrer armenischen Vorväter. Aus Armenien kam auch das Volkslied "ein Kranich", das Emmanuel Tjeknavorian als Zugabe spielte.

 

Emmanuel Tjeknavorian und Anrew Manze beim Eröffnungskonzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in der Konzertkirche Neubrandenburg. Kulturblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert
Emmanuel Tjeknavorian und Anrew Manze beim Eröffnungskonzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in der Konzertkirche Neubrandenburg. Kulturblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert

Der Patriotismus anderer Länder spielte auch im Weiteren eine Rolle: Beim Violinkonzert, welches der Finne Jean Sibelius 1903 und damit während der wachsenden Unabhängigkeitsbewegung des nordischen Landes komponiert hat, gab der Solist alles an Emotionen und technischer Finesse. In den letzten Jahren hat er dieses Konzert oft gespielt, doch nun auf der Höhe seines geigerischen Könnens soll damit Schluss sein: Nach dieser Saison wird sich der Perfektionist Tjeknavorian ganz auf das Dirigieren konzentrieren. Das Publikum konnte sich glücklich schätzen, noch Zeuge dieser Saison zu werden und saß wie gebannt auf den Stühlen. In dem akustisch so subtilen Saal hielten alle den Atem an. Es war einer dieser besonderen magischen Momente, in dem die Energie zwischen Solist, Orchester und Publikum greifbar wurde. Und das nicht nur bei den zartesten Solotönen, Andrew Manze mit seiner empathischen Art zu dirigieren und die NDR Radiophilharmonie beglückten die Zuschauer:innen auch an den kraftvollen Stellen des Werkes.

Emmanuel Tjeknavorian und Anrew Manze beim Eröffnungskonzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in der Konzertkirche Neubrandenburg. Kulturblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert
 
Emmanuel Tjeknavorian beim Eröffnungskonzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in der Konzertkirche Neubrandenburg. Kulturblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert

Die Sinfonie des Abends nach der Pause kam aus der Feder von Edward Elgar. Die Erste Sinfonie des Briten erinnerte an die "Pomp and Circumstance" Märsche, so ging der Abend mit einer wuchtigen Fanfare zum Beginn des Festspielsommers zu Ende. 

Was für ein wunderbares Programm in dieser akustisch einzigartigen Kirche! Es macht Lust auf mehr - zum Glück stehen insgesamt 143 Konzerte an 60 Spielstätten im sommerlichen Mecklenburg-Vorpommern bis zum 18. September auf dem Festspielprogramm.  

Andrew Manze beim Eröffnungskonzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in der Konzertkirche Neubrandenburg. Kulturblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert
 Eröffnungskonzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in der Konzertkirche Neubrandenburg. Kulturblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert
 

Fotos: Oliver Borchert

Text: Katharina von der Heide

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