Gemeiner Strauchdieb (Neoitamus cyanurus)

Raubfliege, Gemeiner Strauchdieb, Neoitamus cyanurus

Wer hat schon mal einen Gemeinen Strauchdieb gesehen? Dass sich dieses Insekt als Räuber in den Garten schleicht und die Sträucher stiehlt, kann man sich nicht vorstellen - aber wie kommt eine so harmlos aussehende Fliege zu so einem hässlichen Namen? Für uns ist sie vollkommen ungefährlich, aber andere Insekten müssen sich in Acht nehmen, werden sie doch von einer hohen Warte aus belauert und im Flug erbeutet. Selbst größere Insekten wie Schnaken fallen dem Gemeinen Strauchdieb zum Opfer. Mit Hilfe der langen behaarten Vorderbeine ergreift diese Raubfliege ihre Beute und ist dabei nicht sehr wählerisch. Ob es sich dabei um eine Fliege, Zikade oder einen Weichkäfer handelt, ist ihr einerlei. Auch bei den Lebensräumen ist der Strauchdieb sehr flexibel. So ist er in Gärten, Wäldern, Parkanlagen oder in Heckenbiotopen Mitteleuropas oft zu finden. Ein Glück für dieses ungefähr 20 Millimeter große Insekt, denn wer so anpassungsfähig ist, stirbt nicht so schnell aus. Doch, wenn es insgesamt weniger Insekten gibt, wird auch dieser kleine Räuber in Zukunft darunter zu leiden haben.

Die Weibchen der Gemeinen Strauchdiebe haben einen extra langen Eiablagestachel, damit sie ihre Eier in den Boden legen können. Die nach wenigen Tagen geschlüpften Larven leben weiterhin im Boden. Doch auch in diesem Alter richten die kleinen Larven schon ein Massaker unter den Insekten an und fressen andere Insektenlarven. Ausgewachsen fliegen sie nun als fertige Insekten den Sommer über von Mai bis September.

Text: Katharina von der Heide

Fotos: Oliver Borchert

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