Während der Zugzeit waren einige Durchzügler der Flussregenpfeifer im norddeutschen Binnenland zu Gast. Doch auch als Brut- und Sommervogel kann man die Langstreckenzieher manchmal bei uns entdecken. Aber sie sind gefährdet, da es immer weniger unberührte Sandflächen gibt, die die Bodenbrüter für die Eiablage brauchen. Früher haben die Flussregenpfeifer auf Sandbänken in den naturbelassenen Flussläufen gebrütet. Als diese begradigt wurden, fanden sie in Kiesgruben eine Ersatzheimat. Heutzutage werden für diese niedlichen Vögel mitunter eigens Sandbänke in geschützten Revieren aufgeschüttet. In Schwerin und Umgebung finden sie nur noch an sehr vereinzelten Stellen geeignete Bedingungen für ihre jährliche Brut. 25 Tage lang werden die vier Eier dann bebrütet, bevor sich die kleinen Nestflüchter auf den Weg in eine für sie gefährliche Welt begeben. Neben der größten Gefahr, die vom Menschen ausgeht, sind auch Greifvögel, Möwen und Rabenvögel eine Bedrohung für die Regenpfeifer.
An der Nord- und Ostsee kann man übrigens mit Glück seinen vom Aussterben bedrohten Verwandten, den Sandregenpfeifer beobachten. Die Flussregenpfeifer unterscheiden sich durch die kleinere und schlankere Erscheinung und den markanten gelben Ring um das Auge von den Küstenbewohnern. Sie ernähren sich aber genauso wie sie von Würmern, Spinnen, Insekten, deren Larven und Weichtieren, die sie im seichten und schlammigen Uferbereich von Gewässern finden.
Fotos: Oliver Borchert
Text: Katharina von der Heide