Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)

Tiere vor der Haustür - Die Mopsfledermaus, Barbastella barbastellus, im Naturentdeckerblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert
Mit bloßen Händen sollten die Tiere zur Sicherheit nur von erfahrenen und vor allem geimpften Menschen angefasst werden

 

 

Tiere vor der Haustür - Die Mopsfledermaus, Barbastella barbastellus, im Naturentdeckerblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert
Hier wird sie wieder freigelassen

Diese fünf Zentimeter große Fledermaus hat eine auffällige mopsartige Schnauze, dabei kann es sich wohl nur um eine Mopsfledermaus handeln. Wie alle Fledermäuse sind auch die Mopsfledermäuse streng geschützt. Nicht nur ist diese Tierart von gemeinschaftlichem Interesse, sondern auch ihre Quartiere stehen unter Naturschutz. Die "Möpse" gibt es nur noch selten in Deutschland und beispielsweise im benachbarten Schleswig-Holstein gibt es kein bekanntes Quartier.

Diese Mopsfledermaus jedenfalls wurde mit einem Netz von Fledermausexperten in der Lübtheener Heide gefangen. Die Forscher wollen mehr über das Wohlergehen der Fledermäuse erfahren. Da sie gegen Tollwut geimpft und im Umgang mit den Tieren sehr erfahren sind, können sie die Tiere auch ohne Handschuhe anfassen. Alle andere sollten darauf verzichten, eine Fledermaus mit bloßen Händen anzufassen und sich nur am abendlichen Flatterschauspiel erfreuen.

In der Lübtheener Heide finden die Mopsfledermäuse optimale Bedingungen. Es gibt auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz genug Bäume mit Stammanrissen und kleinen Spalten, wo sie ihren Tag sicher verschlafen können. Dreißig Minuten nach Sonnenuntergang ist für sie dann Zeit zum Aufstehen. Mit schnellem und wendigem Flug jagen sie im Bereich der Baumkronen oder am Waldrand und können dabei eine Geschwindigkeit von 36 Km/h erreichen. Da die Mopsfledermäuse einen recht schwachen Kiefer haben, können sie keine harten Insekten knacken und sind deshalb in ihrem Nahrungsspektrum eingeschränkt.    

 

 

Auf ihrem Speiseplan stehen stattdessen Mücken und Nachtfalter. Doch leider besitzen einige der Falter ein Typanalorgan, das die Rufe der Fledermäuse für sie hörbar macht. Doch die Mopsfledermaus überlistet diese Insekten, indem sie ausgesprochen leise Ultraschallrufe ausstößt. Darüber hinaus sind auch ihre zwei verschiedenen Ortungslaute faszinierend, werden sie doch aus Mund und Nase produziert. Es wird vermutet, dass diese unterschiedlichen Ruftypen die geringe Reichweite kompensieren sollen.

Übrigens ist diese Art verhältnismäßig kälteresistent, so dass sich die Flattertiere erst bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in ihre Winterquartiere, also in Gewölbe oder Keller, zurückziehen.

Tiere vor der Haustür - Die Mopsfledermaus, Barbastella barbastellus, im Naturentdeckerblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert
Geschafft!

Fotos: Oliver Borchert

Text: Katharina von der Heide

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