Mythos Mozart-Geige

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Die Costa-Geige von 1764 aus dem Besitz von Wolfgang Amadeus Mozart

In Ulrichshusen schlägt das Herz der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. An diesen magischen Ort mitten in der Mecklenburger Schweiz kam für das Wochenende vom 15. bis 17. Juli 2022 ein ganz besonderer Gast, der selbst die großen Stars der Klassikszene überstrahlte. Es war die Mozart-Geige - eine Violine also, die nachweislich aus dem persönlichen Besitz von Wolfgang Amadeus Mozart stammt. 

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Emmanuel Tjeknavorian an der Mozart-Geige in der Konzertscheune von Ulrichshusen

Als musikalischer Botschafter Österreichs bekommt sie einen Pass und Papiere, wenn sie ins Ausland reist. Das sehr besondere Streichinstrument muss auch nie alleine fahren, verfolgen es doch immer zwei Mitarbeiter der Stiftung Mozarteum Salzburg. Nun war diese Violine also das erste Mal in den Norden Deutschlands gereist, damit sie hier bei einem Wochenende rund um Mozart erklingen kann. 

Der diesjährige Festspielpreisträger in Residence, Emmanuel Tjeknavorian, hatte sich vor einigen Jahren auf Anhieb in diese Geige verliebt, so die Sammlungskuratorin der Stiftung Mozarteum, Dr. Sabine Greger-Amanshauser. "Es ist sehr erfüllend auf dieser Geige zu spielen" sagte der Musiker ehrfürchtig, der gewöhnlich eine Stradivari aus dem Jahr 1698 spielt. Den unterschiedlichen Klang dieser beiden Kostbarkeiten konnte am Wochenende das Publikum hören. 

 

Insgesamt neun Veranstaltungen setzten den Mythos Mozart-Geige in verschiedenes Licht. Tjeknavorian und seine Musikerfreunde zeigten sich mal ganz klassisch, mal mit Tanz, aber auch in ausgelassener Wirtshausatmosphäre verjazzt. Humoristisch wurde der Name des "heiligen" Wolfgang Amadeus Mozart auseinandergenommen. So fing ein Streichertrio bei "Der Wolf ging, doch Wolf gang" mit "Peter und der Wolf" an. "Die Liebe der Made zum Gott" und "Der zarte Kunstzar motzt" zeigten, wie scherzhaft auch über Schokoladenkugeln hinaus mit Mozart umgegangen werden kann, wenn sich die Musiker nur intensiv mit ihm beschäftigen. 

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Florian Willeitner, Benedict Mitterbauer und Ivan Turkalj diskutieren, ob es "Der Wolf ging" oder doch "Der Wolf gang" heißen muss. Eine Frage, die die Musikwissenschaft bis heute tief spaltet ;)

 
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Das Publikumsinteresse am Besuch der Mozartgeige in MV war enorm
 
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Das Armida-Quartett und Manaho Shimokawa (Tanz)
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Florian Willeitner
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Und Abends wurde bei bester Wirtshaus-Athmosphäre vom Publikum weitergetanzt

Gespräche beleuchteten Wolfgang Amadeus Mozart, seinen Vater Leopold, die Geige und die Zeit des aufkommenden Bildungsbürgertums hingegen auf eine informative Art. 

  

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Ein prall gefülltes Wochenende, bei dem es wohl niemandem langweilig wurde.

  

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Heiß begehrt - Mozarts Costa-Geige mit Martin Funda und Emmanuel Tjeknavorian
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Abschlusskonzert in der Konzertscheune mit Emmanuel Tjeknavorian und dem Deutschen Kammerorchester Berlin

Fotos: Oliver Borchert

Text: Katharina von der Heide

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