Schachbrett (Melanargia galathea) 

Schachbrett, Melanargia galathea, im Naturentdeckerblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert

 

Scheinbar lustig gaukeln die Schmetterlinge in diesen warmen Septembertagen durch unsere Gärten und auf den Wiesen herum. So verschieden die Tagfalter in ihrem Aussehen daherkommen, so unterschiedlich sind auch ihre Lebensweisen. Einige von ihnen überwintern als Ei während andere als fertiger Schmetterling die kalte Jahreszeit verbringen. Dieser Edelfalter überwintert beispielsweise als Raupe. Von Juni bis August legt die Schmetterlingsdame ihre verhältnismäßig großen Eier ungezielt auf einer Wiese ab, woraus im Juli und August die Raupen schlüpfen.

Die Besonderheit bei diesen Schmetterlingen ist, dass sie vor dem Winter als Raupe nichts fressen. Um die lange Zeit gut zu überstehen und genug Energie zu haben, kommen sie in relativ großen Eiern zur Welt. Erst ab März beginnt nachts das große Fressen an verschiedenen Gräsern. Es vergehen nur wenige Wochen, bevor sie sich in lockeren Gespinsten am Boden verpuppen, um einen Sommer als Schmetterling mit einer Flügelspannweite von 40 bis 50 Millimetern zu verbringen. Markant bei diesen Insekten ist ihre Flügeloberseite, auf der sie schachbrettartig schwarz-weiß gemustert sind. Daher auch ihr Name "Schachbrett" oder "Damenbrett". 

Diese hübschen Schmetterlinge kommen häufiger in Süddeutschland vor, denn Norddeutschland ist die Grenze ihres Verbreitungsgebietes. Doch vereinzelt sieht man diesen mittelgroßen Falter auch hier auf meist sandigen oder kalkigen naturbelassenen Trockenwiesen. Dann kann man ihn beobachten, wie er als Schmetterling an den dort wachsenden Blumen Nektar saugt. Übrigens: Da die Nachkommen erst im August als Raupen schlüpfen, braucht er Wiesen, die den Sommer über nicht gemäht werden.  

 
 

Text: Katharina von der Heide

Fotos: Oliver Borchert

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