Lammzeit

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Wie viele Zuschreibungen dieses kleine Lamm schon auf seinen staksigen Beinchen zu tragen hat: "oh wie niedlich", "oh wie lecker", das Unschuldslamm, das Lamm Gottes... 

In vielen Kulturen wird es als Opfertier genommen, weil ihm gute Beziehung zu Göttern nachsagt wird. Kein Wunder, ernähren sich doch die Menschen vom Fleisch sowie der Milch des Schafes und zusätzlich gibt es wärmende Wolle. So wird das Schaf als Symbol des Lebens gesehen. Daher kommt auch die Bezeichnung des Osterlammes: Im Neuen Testament wird Jesus selbst als Lamm Gottes ("Agnus Dei") benannt. In der Bibel bei Johannes 1,29 steht: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt". Damit also wird der Tod und die Auferstehung angesprochen, durch die er die Menschen erlöst hat. Aus diesem Grund findet das Symbol des Lammes gerade in der Osterzeit die häufigste Verwendung, weil genau diese Erlösungstat in jenen Tagen besonders gefeiert wird. Daraus entwickelte sich vielerorts der Brauch zu Ostern, ein Brot in der Form eines Lammes zu backen. Dieses wurde zu den älteren Menschen gebracht, die nicht mehr zur Kirche gehen konnten.

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Um Ostern herum ist hierzulande immer die sogenannte Lammzeit. Die kleinen Lämmer erblicken das Licht der Welt. Zum Glück interessieren sich diese Wollknäule lammfromm nur für die Milch ihrer Mütter und machen sich keine Gedanken über die Symbolkraft oder was mit ihnen in Zukunft passieren wird. Manchmal ist es eben gar nicht schlecht, etwas belämmert zu sein.

Doch wie lange heißt ein Schäfchen eigentlich Lamm? Entscheidend hierfür ist nicht die Geschlechtsreife, die schon nach drei bis sechs Monaten eintritt. Vielmehr ist es der Zeitpunkt, zu dem das Tier die Zähne des Erstgebisses verliert und durch die des Erwachsenengebisses ersetzt, was nach ungefähr einem Jahr der Fall ist. Übrigens besitzen Schafe wie alle Wiederkäuer nur im Unterkiefer Vorderzähne, während sie im Oberkiefer dort eine Kauleiste haben. Aber auch so können sie kräftig zubeißen und die für sie schmackhaften grünen Kräuter und Gräser abzupfen. Die Backenzähne zum Zermahlen der Nahrung sind wie bei allen Säugetieren oben und unten vorhanden.

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Fotos: Oliver Borchert

Text: Katharina von der Heide

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