Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)

Tiere vor der Haustür - Das Taubenschwänzchen, Macroglossum stellatarum, im Naturentdeckerblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert

 

 

Wie ein kleiner Kolibri fliegt das Taubenschwänzchen im Schwirrflug an den Roten Klee und saugt mit seinem 26 Millimeter langen Rüssel den Nektar aus den Blüten. Mit schnellem, wendigem Flug ist es ein ausgezeichneter Flieger. Die Flügelschlagfrequenz des zu den Schwärmern gehörenden Schmetterlings liegt bei beachtlichen 80 Schlägen in einer Sekunde. Damit kann er eine Fluggeschwindigkeit von bis zu 80 Km/h erreichen. Wie nur wenige andere Insekten kann es sogar rückwärts fliegen.

Normalerweise sind Schwärmer nachtaktive Falter, doch die überwiegende Tagaktivität unterscheidet das Taubenschwänzchen von seinen Familienangehörigen.

Tiere vor der Haustür - Das Taubenschwänzchen, Macroglossum stellatarum, im Naturentdeckerblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert
 
Tiere vor der Haustür - Das Taubenschwänzchen, Macroglossum stellatarum, im Naturentdeckerblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert

Den Winter verbringen diese Schmetterlinge als vollentwickelte Individuen im Süden, denn sie vertragen keinen Frost. Innerhalb von weniger als 14 Tagen kann das Taubenschwänzchen bei seinem Zug eine Strecke von 3000 Kilometern bewältigen. Das macht den Wanderfalter zu einem flexiblen Insekt, das den Sommer in ganz Europa bis hin zum hohen Norden verbringt. Doch bei so einem enormen Energieverbrauch benötigen die Schwärmer jeden Tag 0,5 Milliliter Nektar. Aber auch das ist kein Problem für die nur 0,3 Gramm schweren Leichtgewichte, saugen sie doch bei ausreichender Blütendichte bis zu 100 Blüten in einer Minute aus. Dabei sind die Taubenschwänzchen nicht wählerisch, was ihre Kost angeht.


Als Raupe hingegen ernähren sie sich ausschließlich von Labkräutern. Jeweils ein Ei wurde vorher von Frau Taubenschwänzchen pro Knospe abgelegt. Eine lange Prozedur für das Weibchen, da sie bis zu 200 Eier zu verteilen hat.

Der deutsche Name Taubenschwänzchen spielt übrigens auf den zweigeteilten "Haarbüschel" am Hinterleibsende an, der Ähnlichkeiten mit den Schwanzfedern von Tauben besitzt. Tatsächlich handelt es sich bei dem Haarbüschel aber um verlängerte Schuppen, mit deren Hilfe das Taubenschwänzchen beim Navigieren vor einer Blüte ausgezeichnet steuern kann.

Tiere vor der Haustür - Das Taubenschwänzchen, Macroglossum stellatarum, im Naturentdeckerblog von Katharina von der Heide und Oliver Borchert
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Fotos: Oliver Borchert

Text: Katharina von der Heide

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