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Lichtschrankenfotografie im Hintergarten

Dass man für spannende Fotoprojekte nicht immer weit reisen muss, ist ja nichts Neues. Und dennoch bin ich immer wieder fasziniert von den Möglichkeiten, die sich sogar im eigenen kleinen Hintergarten mitten in der Stadt eröffnen.

Im Falle dieses Projektes braucht es dafür jedoch einiges an Ausrüstung - doch der Aufwand hat sich gelohnt! 

Wer schon einmal versucht hat, die zahlreichen Kleinvögel an einer gut besuchten Futterstation im Flug fotografisch festzuhalten, weiss, dass diese Aufgabe mit normaler Fotografie - also anpeilen, mitziehen und auslösen - kaum zufriedenstellend zu lösen ist. Die kleinen Tierchen sind einfach zu schnell, der Autofokus kommt meist nicht nach, etc.

Mit einer Lichtschranke und ausreichend Bltzlicht sieht das Ganze schon anders aus.

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Doch natürlich ist der Weg zu diesen Bildern kein Selbstgänger, sondern erfordert einige Versuche. Zunächst einmal hat jedes Lichtschrankensystem und natürlich erst recht jede Kamera und jede Funkübertragung zum Blitzgerät eine eigene Auslöseverzögerung, die sich schnell mal auf 150ms aufsummieren kann. In dieser Zeit fliegt eine Meise durchaus 30-50 cm weit. Und je nach Fluggeschwindigkeit im Anflug an das Futterhaus variiert entsprechend die Position des Tieres im Bildausschnitt. Dann gilt es auch noch, die richtige Entfernung zum Landeplatz zu bestimmen, denn nicht in jeder Flugphase macht der Vogel eine gute Figur...

 

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Um den unruhigen Hintergrund im kleinen Gartenareal auszublenden, wähle ich die Grundbelichtung so, dass nur der Vogel im Blitzlicht erscheint. Als sehr günstig hat es sich erwiesen, auf leichten Nieselregen oder Schneefall zu warten, da die Wassertropfen den schwarzen Bildbereichen eine schöne Struktur geben und die Vögel wie durch das Weltall fliegen lassen.

Hierzu muss naürlich alles wasserdicht verpackt sein - das Lichtschrankensystem ist zum Glück von Hause aus wasserfest und recht unempfindlich, was Fehlauslösungen durch Wassertropfen angeht.


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Dieses frühe Bild aus meinen Versuchen zeigt einige der Fallstricke, die sich auf dem Weg zum gelungenen Bild ergeben:

 

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Die Basisbelichtung lässt noch recht viel vom Hintergrund erkennen. Der ist in diesem Fall zwar schön ruhig, aber man erkennt deutlich, wie sich der Vogel nach dem Blitz noch ein Stück weiterbewegt hat. Schließlich ist die Leuchtdauer des Blitzes deutlich kürzer als die Kameraverschlusszeit von 1/200s. Ich verwende zwischen 1/32 und 1/64 der maximalen Blitzenergie, was einer Brenndauer von ca. 1/8000s entspricht, um Bewegungsartefakte zu unterdrücken.

Bei diesem Bild hatte ich zudem vergessen, den Blitz auf den 2. Verschlussvorhang zu synchronisieren, so dass sich der Bewegungsstreifen VOR anstatt HINTER dem Vogel befindet.

Außerdem fliegt die Blaumeise gerade aus der voreingestellten Schärfeebene heraus. Das passiert natürlich regelmäßig und ist nur bedingt beeinflussbar.

Wer genauere Fragen zur technischen Umsetzung hat, kann mich gerne kontaktieren: olbor@olbor.de

 

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